Garten und Haus ohne Chemie schädlingsfrei halten Beim Anblick von Krabbeltieren und Schädlingen, ist man schnell verführt, zur Chemiekeule zu greifen, um den Störenfrieden den Garaus zu machen. Das ist allerdings nicht immer die beste Idee. Viele Giftköder und Chemikalien sind nämlich nicht nur für lästige Nager und Insekten gefährlich. Sie können auch für andere Wild- und Haustiere, Kinder oder gar das Grundwasser problematisch werden. Zum Glück gibt es oft sicherere, effektivere und ungiftige Möglichkeiten, um Schädlingsprobleme zu lösen. Zuallererst sollte man vorbeugen, um möglichst überhaupt gar nicht zum Äußersten greifen zu müssen. Das spart Geld, Nerven und schont die Umwelt.

Das Problem mit Pestiziden

Der eigenen Gesundheit zuliebe und der des Planeten, sollten wir unseren oft etwas zu sorglosen Umgang mit synthetischen Pestiziden überdenken. Nachdem sie nach dem Zweiten Weltkrieg flächendeckend eingesetzt wurden, haben die giftigen Chemikalien einen Großteil unserer Gewässer verunreinigt. Das wiederum führt dazu, dass der Mensch selbst Bestandteile von Pestiziden aufnimmt. Und wer will schon Gift in seinem Blutkreislauf wissen?

Solche Giftstoffe können von Übelkeit über Erbrechen und Kopfschmerzen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen einiges mit dem menschlichen Körper anrichten. Bekannt sind etwa Probleme mit den Atemwegen, der Fortpflanzung und sogar Krebs, um nur einige zu nennen. Vor allem für Kinder sind sie hochgefährlich, die sich näher am Boden bewegen, wo diese Chemikalien oft aufgebracht werden. Denn kindliche Körper sind nicht so widerstandsfähig gegen die Gifte, wie erwachsene. Weil ihre Gehirne noch nicht vollständig entwickelt sind, können manche Pestizide bei ihnen auch neurologische Schäden anrichten.

Überdies sind Pestizide oft gar nicht so effektiv, wie man glaubt. Viele synthetische Bekämpfungsmittel können Schädlinge nur in bestimmten Entwicklungsstadien töten. So wirken etwa viele gängige Flohbekämpfungsmittel nur gegen bereits ausgewachsene Tiere. Gegen die Eier, Larven und Puppen sind sie aber machtlos. Beim Menschen können diese Mittel aber in jedem Entwicklungsstadium mindestens Schwindel oder Erbrechen und sogar Krämpfe oder langfristige Verhaltensstörungen verursachen.

Und nicht nur das. Manche Pestizide können einen Schädlingsbefall sogar verschlimmern! Ameisen zum Beispiel neigen dazu, wenn sie sich Pestiziden ausgesetzt sehen, ihr Volk in mehrere kleinere Kolonien aufzuteilen und die Fortpflanzung anzukurbeln – purer Überlebensinstinkt. Viele Insekten werden irgendwann resistent gegen die Chemikalien. Wer sie damit bekämpft, verschlimmert das Problem also im Zweifelsfall nur.

Gesunde Alternativen

Mit unschädlichen Alternativen zur Schädlingsbekämpfung tut man nicht nur der eigenen Gesundheit einen Gefallen, sondern auch der Umwelt! Eine sehr effektive Möglichkeit sind etwa, sich Nützlinge in den Garten zu holen. Bei größeren Schädlingen wie Schnecken, sollte man Igel in seinen Garten einladen. Auch Wühlmäuse nehmen sich den Schnecken an, können aber selbst schnell zur Plage werden. Wer es nicht schafft, ein entsprechendes Ökosystem im Garten aufrecht zu erhalten, – Igel und Nattern verspeisen nämlich durchaus auch die Spitzmaus –, kann mit einer Mühlmausfalle gegen die nagenden Krankheitsüberträger angehen. Indes befreien etwa Marienkäfer Pflanzen von Blattläusen. Gegen Motten kann man Schlupfwespen kaufen. Die Weiße Fliege zählt zu den Leibspeisen der Larven von Schweb- und Florfliegen.


Foto von Erik Karits von Pexels


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