Orangerien Zu einer schicken Gartenanlage gehört für viele Menschen auch ein Gartenhaus. Kleine, schmucklose Gartenhäuser dienen dabei meist als Abstellraum für Gartengeräte, Sägen, Harken, Torfsäcke. Oder als Überwinterungsmöglichkeit für nicht winterfeste Büsche und Pflanzen in Kübeln, die im Frühjahr und Sommer den heimischen Garten mit ihren vielfältigen, farbenfrohen Blüten verschönern. Andere Gartenhäuser werden hübsch ausgestaltet, dienen als Übernachtungsmöglichkeit für Besucher oder im Schrebergarten als Ferienhäuschen. Hier werden Familienfeste gefeiert oder man zieht sich dorthin zurück, um umgeben von viel Grün und Ruhe, Abstand vom Alltagsstress zu gewinnen. Und dann gibt es noch Gartenhäuschen, die dem Garten einen Hauch von Stil, Exotik, Eleganz und Adel verleihen. Sogenannte Orangerien.

Barock, bitte

Orangerien kennt man bereits seit 16. Jahrhundert. Die bekannteste dürfte wahrscheinlich die herrliche Freiluftanlage im Lustgarten von Schloss Versailles sein. Tatsächlich finden sich aber in vielen deutschen Schlossgärten des Barocks Orangerien. Manche unter freiem Himmel, ähnlich der in Versailles, was daher rührt, dass Pflanzkübel im 16. Jahrhundert noch nicht bekannt waren. So konnten die Zitruszierbäume, einmal gepflanzt, nicht mehr woandershin verortet werden. Orangerien waren zu jener Zeit also Orangen- und Zitronenhaine inmitten der hoheitlichen Schlossparks. Mit dem Aufkommen von Pflanzkübeln wurden andere, spätere Orangerien dann als überdachte Bauten entweder an den Wohntrakt der Schlösser angeschlossen oder freistehend als Teil der Parkanlage konzipiert. Diese Orangerien sind dann irgendwann auch nicht mehr als Gartenhäuser zur Ausstellung von Zitrusbäumen genutzt worden, sondern auch als Ausstellungsräume für andere, exotische Sammlungen – egal, ob für Pflanzen, Kunsthandwerk, archäologische Fundstücke oder historische Schriften. Der Fantasie waren kaum Grenzen gesetzt. Orangerien boten sich als Prestigeobjekt für alles an, für das die hoheitlichen Herrschaften sich in ihrer Freizeit begeistern konnten. Das lag nicht zuletzt auch an der Architektur der Orangerien, bei deren Gestaltung man sich in Zeiten des Barocks bekanntermaßen generell nicht gerade zurückhaltend verhielt.

Schmucke Orangerien für den heimischen Garten

Der Charakter eines Prestigeobjektes – im besten Sinne des Wortes – wurde auch bei den modernen Varianten für den heimischen Garten beibehalten. Und noch etwas haben sie mit ihren Vorgängern aus dem 17. und 18. Jahrhundert gemeinsam: Sie können entweder als Wintergarten an das Wohnhaus angeschlossen werden oder aber als freistehendes, eigenständiges Gartenhaus konstruiert werden. Im Gegensatz zur Barockzeit aber, erfordert die Ausgestaltung und der Bau einer Orangerie heute keine Quadratkilometer großen Gartenanlagen mehr. Vielmehr können Orangerien passend zur Grundstücksgröße entworfen werden und damit jeden Garten in einen kleinen, märchenhaften Schlosspark verwandeln. Moderne Orangerien sind eine besonders edle und elegante Alternative zu herkömmlichen Gartenhäusern.


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