Vögel füttern oder nicht und wenn ja, wie Die Zahlen schwanken ein wenig, doch es lässt sich mit einiger Sicherheit sagen, dass in Deutschland zwischen etwa 240 und 350 unterschiedliche Vogelarten heimisch sind. Davon sind nur rund 60 Arten regelrechte Stubenhocker, die Deutschland selbst in den kältesten Monaten nicht den Rücken kehren. Alle anderen zieht es in wärmere Gefilde. Und wer könnte es ihnen verdenken. Immerhin ist die Nahrungsversorgung in milderem Klima gesichert. Das können die Vögel, die auch im Winter in Deutschland bleiben, nicht unbedingt behaupten. Zwar haben auch sie in milderen Wintern mehr Glück bei der Nahrungssuche, dennoch ist der Speiseplan vergleichsweise karg. Nun kann man einerseits sagen: Die Vögel machen das seit Millionen von Jahren so und haben schon so manchen kalten, frostigen Winter überstanden. Und tatsächlich sind sich Biologen und Ornithologen intern uneins darüber, ob man die daheimgebliebenen Vögel zusätzlich füttern soll. Andererseits hilft man mit einer Winterfütterung den schwächeren Tierchen und sichert ihnen damit das Überleben. Je nachdem, wie bedroht eine Vogelart ist – und das sind in Deutschland immerhin etwa 30 Stück –, kann eine Winterfütterung also gewissermaßen auch als Artenschutz, mindestens aber als Tierliebe verstanden werden. Dennoch gilt: Am besten füttert man Vögel nur in sehr kalten, frostigen Wintern. Und auch dann sollte zumindest die Futterstation einige Merkmale erfüllen.

Wie füttert man Vögel im Winter richtig?

Eines der wichtigsten Kriterien für die Fütterung von winterheimischen Vögeln ist, dass die Wetterbedingungen eine Fütterung überhaupt sinnvoll machen. Dazu aber kommt auch, dass der Zeitraum der Fütterung stimmen sollte. Der deutsche Naturschutzbund empfiehlt einen maximalen Fütterungszeitraum von November bis Ende Februar. Dann nämlich kehren die Zugvögel aus ihren Winterquartieren zurück. Und sind die erstmal wieder in heimischen Gefilden gibt es bei zu langer Fütterung nicht nur Streit ums Fressen, sondern auch um die Nistplätze in den Frühjahrsmonaten. Das führt zu viel Konkurrenz und schädigt dauerhaft das Gleichgewicht der Arten.

Man halte also fest: Füttern am besten nur in kalten Wintern von maximal November bis Ende Februar.

Ein weiterer Punkt für eine richtige Winterfütterung ist die Wahl eines geeigneten Futterspenders. Dieser sollte im Idealfall so gestaltet sein, dass die Vögel nicht im ausgegebenen Futter herumhüpfen können. Bietet das Fütterhäuschen zu viel Bewegungsfreiheit für die Vögel, geben sie nämlich auch Kot auf die Körner und Kerne. Das wiederum kann zu Krankheiten und Infektionen führen, was für geschwächte Vogelkörperchen besonders im Winter katastrophal sein kann. Am besten wählt man Futterspender, in denen das Vogelfutter wind- und wettergeschützt angeboten werden kann und in dem die Piepmätze nicht herumspazieren können.

Merke: Das traditionelle Futterhäuschen sollte zur Winterfütterung besser ganz gemieden, im Zweifelsfalls aber zumindest regelmäßig gesäubert werden.
Vögel füttern oder nicht
Nicht minder wichtig als die Wahl des geeigneten Futterspenders ist die Wahl des richtigen Standortes. Möglichst außerhalb der Reichweite von Katzenpfoten und zum Klettern oder Springen fähigen Tieren. Ratten etwa. Am besten steht oder schwingt der Futterspender frei und ist nicht von Steighilfen wie umliegenden Werkzeugen, Geräten, Brunnen, Gartendeko oder Büschen und Bäumen umgeben. Vögel sind dank Krallen, Flügeln und geringem Körpergewicht durchaus in der Lage, sich beim „frei schwebenden“ Fressen auszubalancieren. Und Nahrungskonkurrenten oder gar Jägern wird damit das Leben etwas schwerer gemacht.

Es gilt: Die Anbringung des Futterplatzes an einem von Fressfeinden und potentiellen Nahrungskonkurrenten geschützten Ort ist für eine richtige Vogelfütterung unabdingbar.

Zu guter Letzt will auch das richtige Futter ausgesucht werden. Zu den winterheimischen Vogelarten zählen neben den klassischen Körnerfressern auch einige Weichfutterfresser, die andere Bedürfnisse an ihr Futter stellen.

Bedenkt man diese wenigen Eckpunkte zu Vogelfutterhaus, Vogelfutter, Fütterungszeitraum und Standort, kann bei der Winterfütterung kaum noch etwas schief gehen.

Fotos von www.black-by-design.co.uk


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